Das Premium-Kollektiv hat sich entschieden, seine Accounts auf Facebook und Instagram stillzulegen. Wir sind jetzt auf Mastodon!
Dieser Schritt ist bewusst gewählt, denn wir blicken mit großer Sorge auf die Rolle großer Plattformkonzerne in unserer Gesellschaft. Insbesondere der Konzern Meta, zu dem Facebook und Instagram gehören und der von dem Multimilliardär Marc Zuckerberg geführt wird, steht seit Jahren in der Kritik – unter anderem wegen des Umgangs mit Nutzer:innendaten, der gezielten Verstärkung von polarisierenden Inhalten sowie der mangelnden Verantwortung im Umgang mit Desinformation sowie Hass und Hetze.
Als Kollektiv, das die gleiche Menschenwürde für alle in den Mittelpunkt stellt sowie auf Transparenz und verantwortungsvolles Wirtschaften setzt, sehen wir uns in der Pflicht, Konsequenzen aus diesen Entwicklungen zu ziehen. Unser Wirtschaften basiert auf Mitbestimmung, Fairness und einem respektvollen Umgang miteinander – Werte, die wir nicht nur intern leben, sondern auch in unserem Handeln nach außen widerspiegeln wollen.
Die Geschäftsmodelle von Facebook und Instagram stehen aus unserer Sicht im Widerspruch zu diesen Grundsätzen. Wenn Aufmerksamkeit zur Ware wird und Algorithmen Inhalte nach ihrem Konfliktpotenzial priorisieren, entsteht ein Umfeld, das wir weder unterstützen noch durch unsere Präsenz legitimieren möchten.
Auch die Person Marc Zuckerberg steht sinnbildlich für eine Unternehmensführung, die nur unzureichend für die gesellschaftlichen Folgen ihres Handelns Verantwortung trägt. Wenige Wochen vor Beginn der zweiten Amtsperiode von Donald Trump als US-Präsident hat Zuckerberg angekündigt, Faktenchecks auf Meta-Plattformen abzuschaffen. Damit wurde es beispielsweise möglich auf Facebook und Instagram zu Beschränkungen beim Zugang zu bestimmten Jobs (bspw. beim Militär, der Polizei oder im Bildungswesen) nach Geschlecht und sexueller Orientierung aufzurufen sowie Homosexualität und Transsexualität als Geisteskrankheit oder Anomalie zu bezeichnen. Zudem beendete Meta firmeninterne Diversitätsprogramme. Diese Entwicklungen halten wir für absolut inakzeptabel.
Wir möchten in diesem Zuge zudem auf das demokratiegefährdende Potenzial extremer Vermögenskonzentration hinweisen: Wenn einzelne Milliardäre über immense wirtschaftliche und mediale Einflussmöglichkeiten verfügen und gleichzeitig ihrer Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft aus unserer Sicht nicht ausreichend nachkommen, stellt sich für uns die Frage nach der Vereinbarkeit solcher Strukturen mit einer nachhaltigen und demokratischen Zukunft. (Fact, but no fun: 2024 nahm Zuckerberg eine Yacht in Betrieb; die bis zu 40 Tonnen Kohlendioxid pro Stunde (!) ausstößt. Zum Vergleich: 2024 betrugen in Deutschland die durchschnittlichen CO₂-Emissionen pro Kopf ca. 6,77 Tonnen pro Jahr!)
Wir wissen, dass soziale Medien für viele Menschen wichtige Kommunikationsräume darstellen. Unser Rückzug ist daher kein Urteil über deren Nutzer:innen. Vielmehr ist er Ausdruck unserer eigenen Haltung: Wir möchten unabhängiger von Strukturen werden, die wir kritisch sehen, und alternative Wege der Kommunikation stärken.
Premium war nie darauf ausgelegt, möglichst groß oder maximal sichtbar zu sein. Es ging uns immer darum, Dinge anders zu machen – konsequent, transparent und gemeinschaftlich organisiert. Diese Entscheidung ist eine Fortsetzung dieses Weges.
Wir bleiben erreichbar – nur eben anders. Folgt uns gerne hier: https://chaos.social/@premiumkollektiv
Wir freuen uns auf den respektvollen, konstruktiven Austausch mit euch! Prost.