BIER

Premium Bier

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Unser PREMIUM Bier ist ein Pils, also ein untergäriges Lagerbier mit einem relativ hohen Gehalt an Stammwürze von knapp 12%. Der Alkoholgehalt beträgt rund 5 Vol.%. Das PREMIUM Bier ist Bioland- zertifiziert und wird in der Klosterbrauerei Weißenohe hergestellt, welche seit Mitte des 11. Jahrhunderts Bier braut. Dort wird sehr viel Wert auf Regionalität gelegt, weswegen die Zutaten in der Nähe angebaut und verarbeitet werden. Das PREMIUM BIER ist Beispiel für die Offenheit und Partizipationsmöglichkeit im PREMIUM-KOLLEKTIV. Die Idee für dieses Bier stammt aus der Brauerei. Das Premium-Bier ist seit Oktober 2008 auf dem Markt und die Vorbereitungen haben über ein Jahr gedauert, und alle Entscheidungen wie die Auswahl des Bieres, Kalkulation, Planung, Gestaltung usw. fanden quasi live im Mail-Verteiler statt.

Zutaten

Unser Bioland-Bier enthält Wasser, Hopfen und Gerstenmalz und ist nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut.

VEGAN

Das offizielle Verbandslogo kostet Geld, leistet aber leider keinerlei Kontrolle, also haben wir ein eigenes gebaut. Unser Bier ist vegan, jedoch wird das Etikett aus Mangel an Alternativen (heiße Abfüllung) mit caseinhaltigem Kleber befestigt.

Geringer Glutengehalt

Pils hat im Durchschnitt 1,2 Milligram Gluten auf 100ml. Als Lebensmittel mit „sehr geringen Glutengehalt“ dürfen laut EU-Verordnung Produkte bezeichnet werden, wenn sie den Grenzwert von 100 mg Gluten/kg Lebensmittel nicht überschreiten. Laut unserer Brauerei Urban liegt unser Bier meistens unter dem Grenzwert, aber nur meistens. Darum sollten Allergiker dieses Bier meiden- Glutensensitiven könnte es jedoch bekommen.

WASSER

Gutes Wasser ist die Grundlage des Premium-Biers. Wir verwenden reines und unbehandeltes Quellwasser, das aus zwei sogenannten Hang-Quellen (nicht tiefgebohrt, sondern am unteren Ende eines Berghangs liegend) auf dem Gelande unseres Brauers entspringt und natürlich regelmäßig geprüft wird. Es übertrifft sogar die strengen Bioland-Richtlinien.

HOPFEN

Für Premium-Bier wird Hersbrucker Hopfen verwendet, der aus nur 3 km Entfernung stammt und Bioland-zertifiziert ist.

GERSTENMALZ

Premium-Bier wird mit Bioland-Braugerste gebraut, die ebenfalls aus der Region und von der Mälzerei Rhönmalz oder der Mälzerei Weyermann stammt.


Mehr Zutaten werden nicht verwendet. Das Bier-Reinheitsgebot von 1516 wird damit locker eingehalten, was allerdings in Deutschland jeder Brauer tun muss – es macht also keinen Sinn, damit zu werben. 

Nährwerte

Nähr- und Brennwertangabe pro100ml0,33l Flasche
Brennwert/ Energie177kj584kj
42kcal138kcal
Eiweiß0,5g1,65g
Kohlenhydrate3,1g10,2g
davon Zucker0,2g0,6g
Fett0g0g
davon gesättigte Fettsäuren0g0g
Natrium0,01g0,03g
Alkohol3,8g12,5g

Verpackung

Alle Details zur den Komponenten unserer Verpackung findet ihr hier.

Herstellung + Rezept

Bierbrauen sollte man Profis überlassen, am besten solchen mit viel Erfahrung und fairer Arbeitsweise. Wir haben uns extra einen Franken ausgesucht: Das Premium-Bier wird von der Klosterbrauerei Weissenohe gebraut und ist ein Pils, also ein untergäriges Lagerbier, mit einem relativ hohen Stammwürze-Gehalt von 11 Grad Plato und einem Alkoholgehalt von rund 5 Volumenprozent. Welche Brau-Schritte nacheinander nötig sind in Kurzform: 

1. Gerste (spezielle Braugerste) wird zum Keimen gebracht, dann geröstet und geschrotet
2. Wasser wird hinzugegeben, also die sogenannte Maische angesetzt und erhitzt
3. Unlösliche Malzreste (der Treber) werden herausgefiltert, Wasser wird zugegeben
4. Die nun sogenannte Würze wird erhitzt, währenddessen wird Hopfen zugegeben
5. Beim Premium-Bier: ein bestimmter Teil der Würze wird zum richtigen Zeitpunkt entnommen und separat auf eine höhere Temperatur erhitzt, dann wieder zugegeben
6. Die gekochte Würze wird Sud genannt und wieder gefiltert, quasi durch eine Zentrifuge
7. Die so entstehende Anstellwürze wird gekühlt, dann wird Hefe zugesetzt
8. Eine Woche Gärung folgt, Kohlensäure und Alkohol entstehen
9. Das sogenannte Jungbier muss noch ein paar Wochen im Tank nachgären
10. Zuletzt wird gefiltert und dann in Flaschen oder Fässer abgefüllt.

Die Abfüllung des Premium-Biers läuft bei Kaiser Bräu in einer ziemlich modernen Anlage, die z.B. automatisch den Alkoholgehalt und die Dichtigkeit der verschlossenen Flaschen misst, zum Teil mit Strom aus einer Solaranlage betrieben wird und sogar eine eigene Abwasserkläranlage hat. Genaueres in der Umwelterklärung auf deren Seite. Einen Fotobericht haben wir noch nicht, rein technisch laufen die gleichen Schritte wie bei der Produktion von Premium-Cola ab der Überschrift Nr. 2. 

Premium-Bier-Rezept

Wir veröffentlichen hier das vollständige Rezept unseres Premium-Biers in zwei Versionen: Die erste kurz-knackig mit allen Infos für Brauer (PDF). Die zweite sehr detailliert zum Mitmachen, jetzt schon acht Phasen und 26 Seiten, aber da geht noch was meint unser Brauer 🙂 Deshalb als öffentliches Pad. Danke an Urban, Alexander und … alle die den Opensource-Gedanken mit Leben füllen!

Trivia: Auf dem Etikett des Premium-Biers wird ab der fünften Produktion nicht mehr „Pils“ stehen. Daran ist Emmentaler Käse Schuld, bzw. vielmehr ein Staatsvertrag zwischen der Schweiz und der damals Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik (heute Tschechien) von 1973! Kein Witz. Das Ganze ist so angelegt, dass ohne Anstoß der Tschechen keine Ermittlungen aufgenommen werden. Dann aber müsste die Schweiz Pils-Biere von Amts wegen verfolgen. Es können Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren verhängt werden, und / oder Geldstrafen von bis zu 40.000 Franken. Diese Summe ist für große Hersteller evtl das Risiko wert, uns ist es deutlich zu heiß. Was wir über den Sinn solcher Gesetze denken, lässt sich erahnen … 

Preiskalkulation

Warum Bier?

MEHRERE STANDBEINE

Premium-Cola steht durch relativ viele kleine Händler und Kunden sehr krisensicher da, ist aber von einem Produkt „Cola“ abhängig. Außerdem sind wir bisher ziemlich schlecht, was die Erfüllung gesellschaftlicher Unternehmens-Aufgaben angeht: sichere Arbeitsplätze im Vollerwerb bieten, und ausbilden. Beides wollen wir irgendwann auch können, ohne dafür aber unsere bedächtige und nonkommerzielle Arbeitsweise aufzugeben. Ein zweites Produkt sollte also her.

AUFBAU „NEBENBEI“

Dieses Produkt müsste möglichst auf Basis der bestehenden Struktur funktionieren, damit es neben der Arbeit für Premium-Cola aufgebaut werden kann. Also ein Getränk. Und es müsste relativ wenig Erklärung an sich erfordern, weil unser Wirtschaftsansatz schon ziemlich kompliziert ist.

VORMACHEN

Bei welchem Produkt besteht gesellschaftlich gesehen der größte Handlungsbedarf? Wohl bei der Volksdroge Nr. 1 – dem Alkohol. Wir könnten ein Bier machen, auch weil der Biermarkt noch verseuchter durch miese Geschäftspraktiken ist als der Softdrink-Markt. Wie man da eine gerade Linie durchzieht wissen wir, haben aber praktisch keine Ahnung vom Bierbrauen.

REGIONAL -> NATIONAL

Wir brauchen also einen Partner, möglichst einen kleinen feinen und bisher nur regional tätigen Bierbrauer. Wenn wir dem nämlich das überregionale Premium-Netzwerk öffnen, würden wir wieder einen kleinen Hersteller unterstützen und der laufenden Konzentration großer Hersteller entgegenwirken…aber es müsste schon mindestens Bioland-Qualität sein, und vor allem lecker …

Die Gründung des Premium-Biers hatte sich dann noch etwas verzögert, weil der Brauer damit beschäftigt war den Widerstand gegen einen Nazi-Aufmarsch in seinem Dorf zu organisieren, siehe Bericht und Interview … kein Problem, dafür haben wir gerne gewartet.

Alkohol

Für die allermeisten Menschen ist Alkohol im entsprechenden Getränk nur ein schönes Genussmittel mit angenehmer Wirkung. So sollte es sein. Natürlich wollen wir auch, dass alkoholische Getränke nicht an Minderjährige verkauft werden, und dass niemand unter dem Einfluss von Alkohol z.B. Auto fährt oder andere Dinge tut mit denen er sich oder anderen schaden kann. Dieses Statement wird z.B. voll von uns unterstützt, reicht aber nicht.

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen schätzt die Zahl der Alkoholabhängigen in Deutschland auf 1,5 Millionen. 1,9 Millionen sind durch Alkoholmissbrauch gefährdet. Insgesamt konsumieren 5,6 Millionen Deutsche Alkohol auf riskante Weise. Der Grat zwischen Genuss und Gefahr ist schmal: Schon wer täglich einen Liter Bier trinkt, riskiert alkoholabhängig zu werden oder alkoholbedingte Organschäden zu bekommen. 30 bis 40 Gramm reiner Alkohol für Männer und 20 Gramm täglich für Frauen gelten als Grenze für körperliche Folgeerkrankungen.“ (Quelle)

Jedes Unternehmen, das Produkte mit Alkohol herstellt, muss also damit rechnen dass ein Teil des Umsatzes mit Suchtkranken erzielt wird. „Normalen“ Herstellern ist das meistens egal, sie zwingen ja niemanden süchtig zu werden oder sagen dass sie nicht kontrollieren können wer kauft. Das Geld nehmen sie aber gerne. 

Wir wollen vormachen wie es besser geht, und zweigen daher von jeder Flasche einen festen Anteil (über 10 Prozent aller Einnahmen von Anfang an) für die Alkoholismus-Vorsorge ab. Damit sind wir zwar Teil des Spiels, können aber nur so etwas verändern – und rufen hiermit alle anderen Alkohol-Hersteller auf, uns diesen Schritt nachzumachen. (Auf der Premium-Bier-Flasche steht übrigens nichts von dieser Regelung, weil wir damit nicht werben wollen – das wäre ja auch unlogisch bzw. würde sich eventuell sogar kontraproduktiv auswirken)

Alkoholismusvorsorge

Eine sehr hilfreiche Info-Sammlung gibt es z.B. hier: Kenn dein Limit!.
Wir fördern das Suchtmobil mit dem genannten Anteil für Alkoholismus-Vorsorge. Früher haben wir diverse Selbsthilfebücher oder das Jahrbuch Sucht an andere Hersteller versendet; wurde mangels Resonanz aufgegeben.