COLA

PREMIUM-Cola

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Premium-Cola wurde 2001 von enttäuschten Konsumentinnen einer anderen Cola-Marke gegründet, deren Rezept wir anfangs als quasi-geduldete Piratinnen und später mit einer geschmacksneutralen Änderung (Apfel- zu Phosphorsäure) ganz übernommen haben. Neben dem hohen Koffeingehalt von 250 mg/Liter zeichnet sich das Rezept durch einen besonderen Geschmack aus, der kräftiger und voller ist als bei anderen Cola-Getränken.

Zutaten

In Kürze: Wasser, Zucker, Kohlensäure, Amonsulfit-Zuckerkulör, Phosphorsäure, Koffein, natürliches Aroma. Eine Beschreibung der einzelnen Zutaten findet ihr weiter unten.


VEGAN

Das offizielle Verbandslogo kostet Geld, leistet aber leider keinerlei Kontrolle, also haben wir ein eigenes gebaut. Denn unsere Cola ist vom Inhalt bis zum Etikettenkleber vegan.

Ampelkennzeichnung

Cola enthält Zucker, das dürfte allgemein bekannt sein. Bei anderen Lebensmitteln sind die Inhaltsstoffe weniger eindeutig, und „normale“ Hersteller tricksen auch gerne mal – deshalb empfehlen u.a. Verbraucherzentralen und Foodwatch über die Angabe des GDA hinaus pauschal eine Ampelkennzeichnung für Lebensmittel, was wir für eine sinnvolle Sache halten und unsere deshalb hier freiwillig veröffentlichen. (Auf den Etiketten wollten wir zuerst „Ampelfarbe rot“ schreiben, weil der Farbdruck viermal teurer als s/w ist und eine Preiserhöhung nötig machen würde – nach intensiven Diskussionen wurde es ein Link auf unsere Zucker-Infoseite)

GLUTENFREI

Auch dieses Logo würde in offiziell Geld kosten, aber keinerlei Kontrolle leisten, also haben wir ein eigenes gebaut.


WASSER

Gutes Wasser ist die Grundlage von Premium-Cola. Wir verwenden reines Quellwasser und Grundwasser aus dem Nördlinger Ries und dem bayerischen Ries in wechselnden Anteilen je nach Verfügbarkeit. Lieferant ist ein nur 850 Meter von unserem Abfüller entferntes Wasserwerk, das völlig ohne Chlor-Desinfizierung auskommt – eine UV-Lichtanlage reicht. Außerdem entspricht das Wasser natürlich der gültigen Trinkwasserverordnung ab dem Jahr 2001, und damit der Norm DIN 2000 sowie der EU-Trinkwasserrichtlinie. Die Mitarbeiter des Werks wohnen auch selbst in dem Ort, der komplett von dem Werk versorgt wird – sowas nennt man wohl intrinsische Motivation. Interessantes Detail: die o.g. Trinkwasserverordnung gilt nicht für Mineral- und Heilwässer.

ZUCKER

Premium-Cola enthält 10 Gramm Zucker pro 100 ml, der aus Zuckerrüben gewonnen wird und von einem Hersteller 42 km entfernt vom Abfüller stammt. Der Zuckerhersteller wiederum gehört mehrheitlich einer Genossenschaft der regionalen Bauern und kauft nur von diesen zu definierten Festpreisen. Der Betriebsrat stellt dort sogar die Hälfte des Aufsichtsrats, was wir uns sehr anstrengend vorstellen. Viele Hersteller verwenden mittlerweile statt Zucker den günstigeren Glukose-Fruktose-Sirup, der aus Mais oder Weizen gewonnen wird. Neben der schlechteren Bekömmlichkeit für den Menschen (siehe Link) spricht auch die kaum noch überschaubare Herkunft für uns dagegen – Gentechnik-Mais und -Enzyme sind ebenso möglich wie die Ausbeutung anonymer Produzenten aus Übersee … Unsere Vorlieben für fairen Handel und möglichst kurze Transportwege schließen daher auch Zucker aus Zuckerrohr aus. Der Subvention von Zuckerrüben durch die EU-Zuckermarktordnung und den hohen Binnenpreisen stehen wir allerdings auch sehr kritisch gegenüber, können beides aber nicht ändern. Aber: Bio-Zucker ist seit kurzem möglich und trotz der Herkunft aus Holland umweltfreundlicher wie unsere „Umweltbeauftragte“ herausgefunden hat, deshalb arbeiten wir aktuell am Umstieg … ist nicht ganz so trivial wie einfach nur eine andere Bestellung rauszugeben, die Bio-Bürokratie ist enorm, und auch die Kosten (der Bürokratie und des Zuckers) sind nicht so leicht zu stemmen. Mittlweile hat sich herausgestellt, dass die Holländer auch überwiegend auf Rohrzucker aus Brasilien setzen, das aber in nicht garantierbaren Mischungsverhältnissen Rohr/Rübe, sodass sich der Geschmack laufend ändern würde, und die Ökobilanz sieht nach dem Übersee-Transport auch wieder anders aus. Es bleibt kompliziert 🙁

KOHLENSÄURE

CO2 und Kohlensäure sind identisch, letztere heisst nur so wenn Wasser hinzugegeben wurde. Unsere kommt von einem Werk 131 km entfernt vom Abfüller (ging leider nicht näher). Die sogenannte „natürliche Quellkohlensäure“ kam nämlich nicht in Frage, nachdem wir recherchiert hatten was das eigentlich ist. Der Bezug von Kohlensäure geht leider erst ab einer gewissen Größe von Unternehmen, man könnte auch Konzerne sagen – wer eine Alternative weiß, gern Bescheid geben. Für Neugierige hier noch der Kohlensäure-Gehalt: ca. 4 g in der 05er bzw. ca. 2,64 g je 0,33er-Flasche. Na dann Prost.

AMMONSULFIT-ZUCKERKULÖR

Ist quasi gerösteter Zucker, heisst E150d wegen des verwendeten Hilfsstoffes und wird daher von uns freiwillig auf dem Etikett ausgeschrieben (Torbens Idee) um den Unterschied klarer zu machen. Eine Änderung in z.B. E150 ohne d oder eine ganz andere Alternative wäre möglich – wenn wir nicht aus einer Fangemeinde des alten afri-Rezepts hervorgegangen wären …

PHOSPHORSÄURE

Wird von uns ebenfalls freiwillig ausgeschrieben und ist identisch mit E338. Trotz des martialischen Names ist Phosphorsäureester für den menschlichen Stoffwechsel erforderlich bis lebenswichtig.

KOFFEIN

Premium-Cola enthält die in D maximal erlaubte Menge von 250 mg/l Koffein. Damit sind wir jedoch nicht alleine, von daher erschliesst sich uns nicht weshalb andere mit diesem „Alleinstellungsmerkmal“ werben. Schwangeren ist von Koffein abzuraten.

NATÜRLICHES AROMA

Dieser sogenannte Getränkegrundstoff macht etwa 1/100 des Inhalts von Premium-Cola aus und birgt zugleich das Rezeptgeheimnis. Die Zutaten enthalten keine gentechnisch veränderten Bestandteile nach EU-Verordnung EG 1829/2003 und sind nach EG 1830/2003 rückverfolgbar. Unser Grundstoff-Hersteller ist unter anderem zertifziert nach DIN EN ISO 9001:2000, GMP, HACCP und BRC „Higher Level“. Außerdem: Alle Zutaten sind garantiert frei von Gentechnik, glutenfrei und außerdem vegan, was zu unserer Überraschung nicht selbstverständlich ist … (mindestens ein anderer Cola-Hersteller verwendet tierische Stoffe in der Produktion, gibt es aber immerhin auf Nachfrage zu).

Nährwerte

Nährwert- und Brennwertangaben je100 ml0,33 l-Flasche0,5 l-Flasche
Brennwert187 kJ617,1 kJ935 kJ
44 kcal145,2 kcal220 kcal
Eiweiß< 0,1 g< 0,1 g< 0,1 g
Kohlenhydrate9,4 g33 g50 g
- davon Zucker9,4 g33 g50 g
Fett< 0,1 g< 0,1 g< 0,1 g
- davon gesättigte Fettsäuren< 0,1 g< 0,1 g< 0,1 g
Ballaststoffe0 g0 g0 g
Natrium0,0016 g0,005 g0,008 g
Koffein25mg 82,5mg125mg

Verpackung

Alle Details zur den Komponenten unserer Verpackung findet ihr hier.

Herstellung

MÖLLE GETRÄNKE

Premium-Cola arbeitet von Anfang an mit Mölle Getränke zusammen. Das sagt eigentlich alles  Seit 1.1.2011 verwenden wir dadurch übrigens Ökostrom in der Produktion.

GEMEINWOHL-ÖKONOMIE

Premium-Cola arbeitet in der Pioniergruppe der Bewegung Gemeinwohl-Ökonomie mit.

NUR GLAS-MEHRWEG

Wir verwenden Glas-Mehrwegflaschen, und das aus einer ganzen Reihe an Gründen; gut zusammengefasst z.B. hier von der Deutschen Umwelthilfe, weiteres zb hierhierhier und hier.

100 PROZENT?

„Premium wird eventuelle Produktionsfehler aktiv und unaufgefordert auf der Webseite publizieren.“ (seit 28.8.06) – warum? Auch die allermodernsten Produktionstechniken arbeiten nur mit begrenzter Genauigkeit. Bei Premium kann man sicher sein: wenn nichts auf der Webseite steht, dann war auch nichts. Wir sind doch selbst Konsumenten vielfältiger Nahrungsmittel und glauben auch deshalb, dass Hersteller so aufrichtig sein sollten.

Preiskalkulation

0,33l

Premium-Cola wurde ja quasi aus Versehen gegründet, daher haben wir uns am Anfang gar keine Gedanken gemacht welches Flaschenformat eigentlich sinnvoll ist. Der Abfüller hat 033er geliefert, das passte schon. Tatsächlich scheint das Format ideal für den menschlichen Drink zwischendurch zu sein, egal ob in einem Cafe oder sonstwo. Auch deswegen sind die meisten Premium-Cola-Kunden wohl Clubs und Bars, also Gastronomen im weitesten Sinne …
In die Flasche haben wir uns dann verliebt – unter anderem weil afri sie früher benutzt hat, weil sie dicker und schwerer ist als normale, und weil sie seit 19 Jahren nicht mehr hergestellt wurde. Natürlich sehen die meisten dann abgekratzter aus als normal, aber hey, Menschen kriegen auch Falten mit den Jahren, und mehr Mehrweg ist gut.
Dummerweise hat sich dann herausgestellt, dass der Pfandschlupf regelmäßig am Bestand nagt und man mindestens 600.000 Flaschen nachproduzieren lassen muss um das Format zu erhalten, was unsere finanziellen Möglichkeiten auf jeden Fall übersteigt. Wir haben wirklich alles versucht: Recherchen bis zu allen jemals bekannten Herstellern die die Flasche gemacht haben, Schreiben an ungarische Marken mit ähnlichen Formaten, diverse Leergut-Händler, Restbestände alter Abfüller, evtl. gemeinsame Produktionen mit anderen, ähnlich aussehende Alternativen (die nicht parallel verwendbar sind durch ihre unterschiedliche Höhe) usw usf … leider letztlich erfolglos.
Also nutzen wir, quasi gezwungenermaßen, zusätzlich die allgemein verfügbare Longneck-Flasche. Die nutzt irgendwie jeder, was optisch natürlich wenig erfrischend ist – aber für die Umwelt ist es gut, denn so lassen sich Leergut-Pools verbinden und Transporte reduzieren. Außerdem sparen alle Beteiligten in der Kette den Aufwand des Sortierens. Übrigens, liebe Gastronomen: wenn ihr unsortierte Kisten mit grünen, braunen und klaren Flaschen in verschiedenen Formen zurückgebt, bedeutet das für alle Leute nach euch in der Kette enormen Aufwand. Sollen wir mal solche wild gemischten Kisten anliefern, um das zu verdeutlichen?
Zurück zum Thema: Es gibt Premium-Cola also momentan in den alten sogenannten AMG-Flaschen (die werfen wir ja nicht weg, das wäre ökologischer Unfug) und in den allgemein bekannten Longneck-Flaschen. Manche Leute finden sie sogar schöner …

0,5l

Im April 2008 fragte unser Berlin-Sprecher an, ob eine Premium-Cola in der 05er-Flasche machbar wäre. Der Vorschlag wurde im Kollektiv diskutiert und sollte ausprobiert werden, weil das Format zum Autofahren, Programmieren, Cocktails-Mischen und generellem Unterwegs-sein praktisch wäre.
Also wurde geklärt, organisiert, kalkuliert, und dann im Juli 2008 entschieden das Format zu testen. Es ist quasi eine Nische in der Nische Premium-Cola, und steht seitdem zumindest in ein paar Städten stabil. Viel wichtiger ist aber: die Premium-Cola 05er ist ein Signal in die richtige Richtung. „Normale“ Unternehmen machen nämlich viel lieber kleinere 02er-Flaschen, weil der Gast davon öfter mal eine zweite bestellt nachdem die erste den Durst nicht gelöscht hat – so kauft er mehr.
Die Klimabilanz des kleinen Formats ist aber ebenso schlecht (weniger Inhalt pro transportierter Palette) wie die Bilanz beim Konsumenten, der zwei Getränke kauft wo eins im richtigen Format sonst reichen würde. Wir hätten schon lange 02er Premium-Cola machen können, wurde uns mehrmals angeboten. Das Format macht aber einfach keinen Sinn bzw. bedeutet mehrere Schritte in die falsche Richtung zumindest aus unserer Sicht. Da ist die 05er einfach logischer.
Einen Haken gibts aber: der Koffeingehalt einer Premium-Cola 05er ist heftig, die Wirkung muss man wirklich wollen.

Koffein

Koffein macht wach, da sind wir uns einig. Aber schon bei der Frage, ob Koffein süchtig machen kann oder nicht, scheiden sich die Geister … also haben wir eine fast fertige Ökotrophologin hinzugezogen und umfangreiche Infos über Koffein bereitgestellt:

Allgemeines

WAS IST KOFFEIN?

Koffein ist ein Alkaloid, welches zu den sekundären Pflanzenstoffen gehört. Es wird im Stoffwechsel vieler Pflanzen gebildet und wirkt in ihr als natürlicher Fraßschutz vor Insekten. [1][2]

WO KOMMT KOFFEIN VOR?

Koffein kommt natürlicher Weise in Kaffeebohnen, in den Beeren, Samen und Blättern des Teestrauches, in der Matepflanze, der Kolanuss und in Guarana-Beeren sowie Kakao vor. [3][4]

WOHER KOMMT DAS KOFFEIN, DAS IN DER COLA ENTHALTEN IST?

Auch wenn es naheliegt: Aus der Kolanuss kommt das Koffein in der Cola überwiegend nicht (mehr). Die meisten Hersteller von Cola haben mittlerweile auf das deutlich preiswertere Koffein umgestellt, das bei der Herstellung von koffeinfreiem Kaffee anfällt. Das ist auch bei Premium-Cola so, unter anderem deshalb weil das Koffein der Kolanuss viel zuwenig wäre 🙂

WIE SIEHT KOFFEIN CHEMISCH AUS?

Koffein gehört zur Gruppe der Methylxanthine, es ist ein methyliertes Derivat der Harnsäure. Es hat die Formel C8 H10 N4 O2 und ein Molekulargewicht von 194,19 g/mol. [5] Koffein ist ein farb- und geruchsloses Pulver mit einem Schmelzpunkt bei 235,5°C. Es lässt sich leicht in heißem Wasser lösen, weniger gut in Ether oder Alkohol. [2][4][6]

Gesetze

WIE VIEL KOFFEIN IST GESETZLICH ERLAUBT?

Erfrischungsgetränke, die in Deutschland in den Verkehr gebracht werden, dürfen bis zu 250 Milligramm Koffein pro Liter enthalten. Energy-Drinks dürfen maximal 320 Milligramm Koffein pro Liter enthalten. [7][8]

WIE MUSS KOFFEIN GEKENNZEICHNET WERDEN?

Nach §1 des Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuchs (LFGB) [9] müssen Limonaden und limonadenähnliche Erfrischungsgetränke, die Koffein enthalten, eine Bezeichnung tragen, die in klarer und nicht zweideutiger Weise auf den Koffeingehalt aufmerksam macht. Getränke, die mehr als 150 Milligramm Koffein pro Liter enthalten, müssen mit der Angabe „erhöhter Koffeingehalt“ gekennzeichnet sein. Außerdem muss der Koffeingehalt in Klammern in Milligramm pro 100 Milliliter angegeben werden (§ 8 LFGB) [9]. Laut dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) ist Koffein, ebenso wie Alkohol und Nikotin, eine legalisierte Droge und taucht daher nicht im Gesetz auf.

WIE VIEL KOFFEIN IST WO DRIN?[10]

tabelle_koffeinmenge_vergleich_premium_cola

Gesundheit

Was muss ich allgemein beachten?


Auch bei Koffein gilt: Weniger ist mehr. Ab einer Dosis von 200 bis 300 mg Koffein kann es zu motorischer Unruhe, Dysphorie, Übelkeit und Erbrechen kommen, ebenso zu Schlaflosigkeit, Angstgefühlen, Bluthochdruck und Magen-Darmbeschwerden.
Koffein steigert zudem die Sekretion von saurem Magensaft. Personen, die zu Sodbrennen neigen, sollten ihren Koffein-Konsum einschränken. Eine Vergiftung durch Koffein ist möglich, bei einer Menge ab 500 Milligramm treten starke Erregungszustände auf, die in Krämpfen und Delirium enden können. Koffein kann bei einem erwachsenen Menschen bei einer Dosis von 5 bis 10 g tödlich wirken, diese Menge wäre zum Beispiel in etwa 70 Tassen Kaffee enthalten. [11][13][4]

Welche positiven Effekte hat Koffein?


Es wird vermutet, dass Koffein eine antikanzerogene Wirkung hat. Laut der Ärztezeitung haben Frauen, die in der Zeit vor ihren Wechseljahren täglich vier oder mehr Tassen Kaffee trinken, ein um 40 Prozent verringertes Brustkrebsrisiko. Nach den Wechseljahren ist dieser Effekt allerdings verschwunden. Es wird vermutet, dass das Koffein in den weiblichen Hormonhaushalt eingreift. Außerdem soll der regelmäßige Konsum von mindestens zwei Tassen Kaffee pro Tag das Risiko für Leberschäden senken. Ergebnissen verschiedener Studien zufolge schützt ein hoher Koffeinkonsum zudem vor der Erkrankung an Parkinson [4].

Hilft Koffein beim Abnehmen?


Koffein ist oft in Präparaten zum Abnehmen enthalten. Es regt die Lipolyse (Fettspaltung) und die Thermogenese (Wärmebildung) an, dieser Effekt ist aber erst bei einer Koffeinmenge von vier bis acht Milligramm je Kilogramm Körpergewicht und Tag möglich. Bei diesen Mengen wiederum kann es auch zu den unerwünschten Nebenwirkungen kommen.
Wissenschaftliche Beweise für die Wirksamkeit von Gewichtsreduktionspräparaten mit Koffein gibt es noch nicht [4].

Was ist wichtig zu wissen für die Schwangerschaft / Stillzeit?

In der Schwangerschaft sollte beachtet werden, dass die Wirkung des Koffeins länger anhält, da die Halbwertzeit mit 7,5 bis 12,5 Stunden höher liegt als bei nicht schwangeren Frauen. Dies bedeutet, dass schon eine Tasse Kaffee oder zwei Gläser Cola den ganzen Tag wirken können. Zudem sollte bedacht werden, dass sich im fetalen Blut die gleiche Konzentration des Koffeins befindet wie im Blut der Schwangeren.

Laut Forschungen von z.B. Edmund Hey [14] steht Kaffee im Verdacht, für Unfruchtbarkeit, Geburtsdefekte und fetale Wachstumsstörungen mitverantwortlich zu sein. Zu anderen Ergebnissen kam eine dänische Studie [15], nach der die Aufnahme von Koffein weder die Dauer der Schwangerschaft noch das Geburtsgewicht des Kindes negativ beeinflusst. Allerdings wurde in einer Fall-Kontroll-Studie mit 562 Frauen mit Spontanabort ein Zusammenhang zwischen dem spontanen Schwangerschaftsabbruch und einer konsumierten Koffeinmenge über 100 mg pro Tag gefunden. Das Risiko einer Fehlgeburt steigt bei einem Koffeinkonsum zwischen 100 und 229 Milligramm pro Tag kontinuierlich an. Exzessiver Kaffeekonsum der Mutter wirkt sich in jedem Fall auf die Herzfrequenz aus und kann damit beim Säugling zu Schlafstörungen und Hyperaktivität führen. Müttern wird empfohlen, ihren Kaffee (wenn überhaupt) direkt nach dem Stillen zu trinken, da der Koffeingehalt in der Muttermilch so bis zum nächsten Stillen wieder deutlich zurück gegangen ist. [4]

Was muss ich bei Herz-Kreislauf- Erkrankungen beachten?

Viele Jahre wurde Koffein mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen in Verbindung gebracht. Richtig ist, dass Koffein das Herzminutenvolumen steigert und das Nervensystem stimuliert, aber dies tritt nur bei Personen auf, die nicht regelmäßig Koffein zu sich nehmen. Bei gewohnheitsmäßigen Koffein-Konsumenten ist die Wirkung auf den Blutdruck, den Stoffwechsel und das Herz kaum nachweisbar. In sehr hohen Dosen kann Koffein allerdings zu einer Tachykardie führen und bei empfindlichen Menschen eine Herzrhythmusstörung auslösen.

Senioren über 65 Jahre haben durch einen hohen täglichen Verzehr von koffeinhaltigen Getränken ein geringeres Risiko für Herzkreislauferkrankungen, für jüngere Menschen gilt dies allerdings nicht. Laut den Ergebnissen der Nurses Health Studies I und II[17] erhöht Kaffee nicht den Blutdruck, wohl aber Cola; möglicherweise, weil Cola die im Kaffee vorhandenen Schutzstoffe fehlen. [4]

Koffein und Sport – passt das zusammen?

Im Ausdauerbereich verbessert Koffein die Leistungsfähigkeit. Bis zum Jahr 2004 galt Koffein sogar als Dopingmittel, wenn der Toleranzwert von 12 Milligramm pro Liter Urin überschritten wurde. Aktuell steht Koffein allerdings nicht mehr auf der Dopingliste. Die durch das Koffein erhöhte Fettoxidation schont die Glykogenreserven in der Muskulatur, die dadurch während der Dauer der Belastung länger zur Verfügung stehen. Zudem mindert Koffein das subjektive Empfinden von Ermüdung.

Die Kombination von Koffein und Ephedrin ist zur Steigerung der sportlichen Leistung sehr beliebt. Zusammen sind die beiden Wirkstoffe effektiver als allein. Diese Mischung kann allerdings zu gefährlichen Nebenwirkungen wie Tachykardien und Krämpfen führen, selbst Todesfälle sind bekannt [4]. Eine Studie aus Brasilien weist allerdings darauf hin, dass Koffein auch das Verletzungsrisiko beim Sport erhöhen kann. Die Forscher fanden heraus, dass Koffein zu erhöhtem Muskelstress führen und somit muskelzelluläre Schäden hervorrufen könnte [19].

Quellen

01.   Elmadfa, I.,Ernährungslehre, 2009, S. 170, 176
02.   Hägele, N. Koffein und Diurese, 2004, S. 14
03.   Bützer, P., Coffein-Dynamik, 2010, S. 3
04.   Hofmann, L., Ernährung im Fokus: Grundlagen Update, 2007, S.255
05.   Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) (2010): Gefahrenstoffinformationssystem
         der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (GESTIS Stoffdatenbank, Zugriff: 24.01.2011)
06.   Baltes W. (2005): Lebensmittelchemie, 3.Auflage Springer: Berlin.
07.   Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) (2008):
         Leitsatz für Erfrischungsgetränke, Zugriff: 24.01.2011 
08.   Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) (1994): Energy drinks – Muntermacher
         oder kalter Kaffee?
09.   Lebensmittel und Futtermittelgesetzbuch (LFGB), Zugriff: 24.01.2011
10.   Schauder, P.; G. Ollenschläger (Hrsg) (2006): Ernährungsmedizin, 3.Auflage.
         Elsevier: München.
11.   Adam, O., W. Forth (2001): Coffein: Umgang mit einem Genussmittel, das auch
         pharmakologische Wirkungen entfalten kann. In: Deutsches Ärzteblatt 98 (43): 2816-2818.
         www.pharmazie.uni-mainz.de
12.   Crone von der, M. (2003): Die diuretische Wirkung von Koffein. Semesterarbeit an der
         Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich.
13.   Pschyrembel, W. (2007): Klinisches Wörterbuch, 261. Auflage. Walter de Gruyter: Berlin.
14.   Hey E. (2007): Coffee and pragnancy, (Zugriff: 24.02.2011). In: British Medical Journal,
         Volume 334 (7590): 377
15.   Cnattingius, S. et al. (2000): Caffeine intake and the risk of first-trimester spontaneous
         abortion. In: New England Journal of Medicine 294 (18): 1839–1845.
16.   Europäisches Informationszentrum für Lebensmittel (EUFIC) (2002):
         Mythen und Fakten über Koffein, Zugriff: 24.01.0011
17.   Winkelmayer, W. C. et al. (2005):
         Habitual Caffeine Intake and the Risk of Hypertension in Women, Zugriff: 24.01.2011.
         In: The Journal of the American Medical Association (JAMA) 294 (18): 2330-2335.
18.   Herman, R. (2000): Active girls who drink colas are five times more likely to fracture bones,
         Zugriff: 24.01.2011
19.   Bassini-Cameron, A. et al (2009): Caffeine Supplementation and muscle damage in soccer
         players. In: Brazilian Journal of Pharmaceutical Sciences 45 (2):257-261.
20.   Baker, J.A. Et al. (2006): Consumption of coffee, but not black tea, is associated with
         decreased risk of premenopausal breast cancer. In: The Journal of Nutrition (JN) 136 (1): 166-171.
21.   Verbraucherzentrale Bremen (2005):
         Vorsicht! Alkoholhaltige Mixdrinks sind keine Durstlöscher! – Zugriff: 24.01.2011

Zucker

Zucker ist ungesund, das gilt als bewiesen. Aber stimmt das so allgemein auch, und in welchen Getränken steckt wieviel davon? Wir haben eine fast fertige Ökotrophologin hinzugezogen und umfangreiche Infos über Zucker bereitgestellt:

01. EINLEITUNG

Zucker ist ein Sammelbegriff für alle süß schmeckenden Saccaride (= Kohlenhydrate), ist aber auch als Handelsbezeichnung für Haushalts- und Kristallzucker, chemisch Saccharose gebräuchlich.

02. KONSUM

Jede/r Deutsche nimmt durchschnittlich 36 kg Zucker im Jahr zu sich, davon sind 6 kg direkt Saccharose (z.B. als Zucker im Kaffee oder Tee). Die restlichen 30 kg nehmen wir durch andere Lebensmittel wie Süßwaren oder Getränke auf. Umgerechnet auf Würfelzucker sind das 33 Stück am Tag!
Quelle: Dokufaktur Medienproduktion. (Zugriff 03.04.2012)

03. GESCHICHTE

Bereits 6000 v. Chr. war das Zuckerrohr in Ostasien bekannt. Etwa 600 n. Chr. erfanden die Perser eine Methode, Zucker herzustellen. Etwa im Jahr 1100 kam der Zucker dann nach Mitteleuropa. Um etwa 1500 wurde Zuckerrohr weltweit angebaut und nach Europa verschifft. Damals war Zucker noch ein Luxusartikel, bis Andreas Sigismund Marggraf im Jahr 1747 entdeckte, dass die Zuckkerrübe den gleichen Zucker wie das Zuckerrohr enthält. Dank seines Nachfolgers Franz Carl Achard, der erstmals den Zucker aus den Rüben gewann, wurde in Cunern (Schlesien) die erste Rübenzuckerfabrik der Welt gebaut. Ab ungefähr 1850 führte der Konkurrenzkampf zwischen den beiden Zuckerarten zu einen Preisverfall, und Zucker wurde zum alltäglichen Gut.
Quelle: Risser (Südzucker). (Zugriff 02.02.2011)

04. SACCHAROSE

Saccharose – umgangssprachlich auch Haushaltszucker genannt – ist ein Disaccharid (Zweifachzucker). Das Saccharose-Molekül ist aus je einem Molekül der Monosaccharide (Einfachzucker) Glucose (Traubenzucker) und Fructose (Fruchtzucker) aufgebaut. So enthält Haushaltszucker zu je gleichen Teilen Glucose und Fructose.
In Premium-Cola verwenden wir eine flüssige Variante von Saccharose, sogenannten Invert-Flüssigzucker. Der Zucker wird in Wasser gelöst, wodurch ein Teil der Saccharose-Moleküle in ihre Bestandteile aufgespalten wird und nun in Form der Einfachzucker Glucose und Fructose vorliegt.
Für Frohlunder wird Saccharose in der klassischen kristallinen Form verwendet, welche dann beim ansetzten des Grundstoffs gelöst wird.
Quelle: Belitz 2008: 891-909 (Belitz H-D, Grosch W, Schieberle P. Lehrbuch der Lebensmittelchemie. 6. Auflage ,Springer Verlag Berlin Heidelberg 2008: 891-909)

05. ROHRZUCKER, ROHZUCKER UND BRAUNER ZUCKER

Es besteht das weit verbreitete Vorurteil, dass weißer Zucker immer aus Zuckerrüben sei, und brauner Zucker grundsätzlich aus Zuckerrohr gewonnen würde. Letzterer wird oft als „natürlicher“ und „gesünder“ wahrgenommen. Tatsächlich hängen Färbung und auch Geschmack beider Zuckerarten hauptsächlich von deren Reinigung ab. Ungereinigter sehr dunkler Zucker wird Rohzucker genannt und enthält einen höheren Anteil an Melasse. Dadurch schmeckt er leicht nach Karamell. Auch enthält er durch die Melasse etwas mehr Mineralstoffe und Vitamine der B-Gruppe. Die Menge ist jedoch so gering, dass sie nicht wesentlich zu unserer Nährstoffversorgung beitragen kann. (Jost & Stephan 2010, Massholder Lebensmittellexikon)
Quellen: Zuckerartenverordnung (BGBI.I S. 2098) (2003), geändert (2006) durch Artikel 7 Vo (BGBI.I S.444); Massholder Lebensmittellexikon. (Zugriff: 13.02.2011)

06. MAISSIRUP (GLUCOSE-SIRUP / GLUCOSE-FRUCTOSE-SIRUP / FRUCTOSE-GLUCOSE-SIRUP)

Maissirup wird aus Stärke hergestellt – zumeist aus Maisstärke, inzwischen aber auch, je nach regionaler Verfügbarkeit, aus Weizenstärke. Stärke ist ein Polysaccharid (Mehrfachzucker), das aus mehreren Glucose-Einheiten aufgebaut ist. Bei der Herstellung werden diese durch ein Enzym in freie Glucose-Moleküle (Einfachzucker) aufgespalten (EUFIC 2011). Derselbe Prozess spielt sich ab, wenn man längere Zeit auf einem Stückchen Brot kaut. Die Stärke wird vom Speichel aufgespalten, und es stellt sich ein süßlicher Geschmack ein.
Um die Süßkraft des Maissirups zu erhöhen, kann mit Hilfe weiterer Enzyme durch Isomerisation ein Teil der Glucose in Fructose umgewandelt werden (EUFIC 2011).
Da Fructose süßer schmeckt als Glucose (siehe Tabelle rechts), steigt die Süßkraft entsprechend mit dem Anteil der Fructose im Sirup. So ist laut Zuckerartenverordnung bis einem Fructose-Anteil von 5% von Glucose-Sirup die Rede. Zwischen einem Fructose-Anteil von 5 und 50% muss er als Glucose-Fructose-Sirup deklariert werden, und ab einem Fructose-Anteil von 50% wird der Sirup Fructose-Glucose-Sirup genannt (ZuckArtV 2003).
Glucose-Fructose-Sirup schmeckt ab einem Fructoseanteil von 42% süßer als herkömmlicher Zucker und hat bessere technologische Eigenschaften, z.B. kristallisiert er nicht so schnell aus wie Zucker (EUFIC 2011). Zudem wird er bei Süßwaren wie Marzipan als Feuchthaltemittel eingesetzt. Da die Herstellung preiswerter ist als das Raffinieren herkömmlichen Zuckers, stellt dieser Sirup (vor allem in den USA, wo zusätzlich der Mais-Anbau subventioniert wird) eine wirtschaftliche Alternative zum Zucker dar.
Quellen:
EUFIC Europäisches Informationszentrum für Lebensmittel. What is Glucose-Fructose Syrup? (2011) (Zugriff:21.06.2012)
Zuckerartenverordnung (BGBI.I S. 2098) (2003), geändert (2006) durch Artikel 7 Vo (BGBI.I S.444)

07. FRUCTOSE-UNVERTRÄGLICHKEIT

Fructose-Unverträglichkeit, auch Fructosemalabsorption genannt, ist eine recht häufig verbreitete Stoffwechselstörung, bei der Fructose im Dünndarm nur unvollständig aufgenommen wird und in den Dickdarm gelangt. Dort wird sie von Bakterien zu Gasen verstoffwechselt, die Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall verursachen können. Wenn solche Symptome auftreten spricht man auch von einer intestinalen Fructoseintoleranz. Es wird vermutet, dass bis zu 36 % der Europäer eine mehr oder weniger schwere Fructosemalabsorption haben, wobei nur bei ungefähr der Hälfte dieser Gruppe Symptome auftreten (Born et al, 1994).
Personen mit einer Fructose-Unverträglichkeit sollten Lebensmittel mit hohem Fructoseanteil meiden; viel Fructose enthalten zum Beispiel Äpfel, Birnen, Trockenfrüchte, Honig und natürlich der Fructose-Glucose-Sirup. Bei Birnen gibt es noch das Problem, dass sie viel Sorbit enthalten; dieses verschlechtert die Fructoseaufnahme im Dünndarm, da es den Fructose-Transporter blockiert. Glucose regt die Aktivität dieses Fructose-Transporters an, daher wird normaler Haushaltszucker (Saccharose) gut vertragen, er liefert nämlich jeweils ein Glucose- und ein Fructosemolekül (Gibson et al, 2007; Barrett & Gibson, 2007).
Nach Daten der US Department of Agriculture Food Consumption Survey von 1977-1978 lag die tägliche Aufnahmemenge von Fructose (natürliche und zugesetzte) im Mittel bei 37 g, das entspricht 8% der täglichen Energieaufnahme. Der größte Teil, zwischen 55-75 %, der aufgenommenen Fructose stammte bei den Erwachsenen aus Lebensmitteln wie Erfrischungsgetränken (Park & Yetley, 1993).
Als günstige Alternative zu Zucker wird Maissirup (High fructose corn syrup, kurz HFCS) in der Industrie verarbeitet, der aus bis zu 80% Fructose besteht. Der Konsumvon HFCS stieg in den USA zwischen 1970 und 1990 um >1000%, so stark wie kein anderes Lebensmittel. Im Jahre 2004 hatte HFCS einen Anteil von 40% an den kalorienhaltigen Süßungsmitteln in den USA (Bray et al. 2004).
Die Absorptionskapazität von gesunden Personen wurde aufgrund von Atemtestuntersuchungen bei verschiedenen Dosen und Konzentrationen von Fructose geschätzt. Sie bewegte sich zwischen 5 g und mehr als 50 g (Rumessen & Gudmand-Høyer, 1986). Sie war unabhängig vom Alter oder Geschlecht (Kneepkens et al. 1984; Truswell et al., 1988) der untersuchten Personen und war dosis- und konzentrationsabhängig (Rumessen & Gudmand-Høyer, 1986). Aufgrund von verschiedenen Tests lassen die Daten vermuten, dass die Schwelle für die Fructoseabsorption bei gesunden Personen bei einer 10%igen Lösung bei 25 g bis 50 g Fructose liegt (Skoog & Bharucha, 2004).
Quellen:
Barrett JS, Gibson PR. Clinical ramifications of malabsorption of fructose and other short-chain carbohydrates. Pract Gastroenterol 2007; 31: 51–65.
Born P, Zech J, Stark M, Classen M, Lorenz R. Carbohydrate substitutes: comparative study of intestinal absorption of fructose, sorbitol and xylitol. Med. Klin.1994; 89:575-578.
Bray GA, Nielsen SJ, Popkin BM. Consumption of high-fructose corn syrup in beverages may play a role in the epidemic of obesity. Am J Clin Nutr. 2004;79(4):537-43.
Gibson PR, Newnham E, Barrett JS, Shepherd SJ, Muir JG. Review article: fructose malabsorption and the bigger picture. Aliment Pharmacol Ther. 2007 15;25(4):349-63.
Kneepkens CM, Vonk RJ, Fernandes J. Incomplete intestinal absorption of fructose. Arch Dis Child. 1984; 59(8):735-8.
Park YK, Yetley EA. Intakes and food sources of fructose in the United States. Am J Clin Nutr. 1993;58(5 Suppl):737S-747S
Rumessen JJ, Gudmand-Høyer E. Absorption capacity of fructose in healthy adults. Comparison with sucrose and its constituent monosaccharides. Gut. 1986; 27(10):1161-8.
Skoog SM, Bharucha AE. Dietary fructose and gastrointestinal symptoms: a review. Am J Gastroenterol. 2004; 99(10):2046-50.
Truswell AS, Seach JM, Thorburn AW. Incomplete absorption of pure fructose in healthy subjects and the facilitating effect of glucose. Am J Clin Nutr. 1988; 48(6):1424-30.

08. ZUCKERPREIS

Wie das Handelsblatt und die Berliner Morgenpost berichten, lag der Preis für eine Tonne Zucker Anfang 2011 bei rund 600 Euro. Derzeit liegt der Preis trotz Rekordernte so hoch wie nie. Der Preis kletterte im November 2011 auf rund 645 Euro pro Tonne, der Weltmarktpreis beträgt im Vergleich dazu 500 Euro/Tonne. Normalerweise liegt der Preis pro Tonne zwischen 200 und 300 Euro.
Quellen:
Berliner Morgenpost Online, Ullstein GmbH. (Zugriff: 02.02.2011),
Confructa Medien GmbH. (Zugriff: 03.04.2012)

09. SYNTHETISCHE SÜSSUNGSMITTE

In Light- Getränken wird vor allem Aspartam (E951) als Süßungsmittel eingesetzt. Dieses ist bis zu 200mal süßer als Saccharose (EFSA). Aspartam wird chemisch aus den miteinander verbundenen Aminosäuren Asparaginsäure und Phenylalanin hergestellt. Aspartam wird im Körper wie Eiweiß verstoffwechselt und hat daher (genau wie Eiweiß) 4kcal pro Gramm. Da allerdings aufgrund der hohen Süßkraft von Aspartam nur sehr wenig eingesetzt werden muss, fallen die Kilokalorien kaum ins Gewicht. Auf der Verpackung von Lebensmitteln, die mit Aspartam gesüßt wurden, muss der Hinweis „Enthält eine Phenylalaninquelle“ angegeben werden, da Menschen mit der Krankheit Phenylketonurie (eine angeborene Stoffwechselkrankheit) das Phenylalanin nicht abbauen können, sodass es sich in ihrem Körper anlagert.
„Zuviel Zucker macht dick“, das muss man niemanden mehr erzählen. Dass aber auch der oft gelobte Süßstoff nicht ganz ungefährlich ist, zeigen immer mehr Studien. So zeigten Susan Swithers und Terry Davidson von der Purdue-Universität in West Lafayette, dass Süßstoff den Appetit anregt. Die beiden Forscher fütterten in einer Studie Ratten mit Joghurt, einmal mit Süßstoff und einmal mit Zucker gesüßt. Die Ratten, die den Joghurt mit Süßstoff verspeisten, nahmen in der folgenden Zeit mehr an Gewicht zu als die Kontrollgruppe.
Die Wissenschaftler erklären diesen Sachverhalt wie folgt: Durch den Geschmackssinn wissen wir, dass unsere Lebensmittel süß sind. Der Körper erwartet daher eine gewisse Energiemenge. Dies fehlt bei dem Süßstoff jedoch, was der Organismus „lernt“, wodurch er bei der nächsten süßen Mahlzeit die Verdauung bremst. Außerdem verlangt der Körper nach mehr süßen Lebensmitteln als vorher, da er die fehlende Kalorienmenge braucht. Dieses Verhalten des Körpers bleibt aber auch bestehen, wenn wieder normaler Zucker zugeführt wird (Swithers, Davidson 2008).
So verwundert es nicht, dass Süßstoffe auch in der Tiermast eingesetzt werden. Junge Schweine bekommen gesüßtes Futter, um sie schneller von der Muttermilch zu entwöhnen. Als Folge fressen sie besonders viel. „Hier stellt sich die Frage: Was haben praktisch kalorienfreie Stoffe, die beim Menschen das Abnehmen ermöglichen sollen, im Mastfutter unseres Nutzviehs zu suchen?“, bringt es Udo Pollmer vom Europäischem Institut für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften auf den Punkt (Wolf 2007). Diese Frage kann nun jeder für sich beantworten, und sich fragen, ob es nicht besser wäre, lieber ein Getränk mit „normalem“ Zucker zu genießen als Unmengen von Getränken mit Süßstoff. Aus ernährungsphysiologischer Sicht ist gegen gelegentlichen Süßstoff-Konsum nichts einzuwenden, wie so oft geben die Menge und die Häufigkeit den Ausschlag.
Quellen:
European Food Safety Authority (EFSA).
(Zugriff: 02.02.2011). Süßstoff-Verband e.V. (Zugriff: 03.04.2012).
Susan E. Swithers and Terry L. Davidson. „A Role for Sweet Taste: Calorie Predictive Relations in Energy Regulation by Rats.“ Behavioral Neuroscience 2008, Vol. 122, No. 1.
Wolf T., Ökokiller Süßstoff? Welt Online (2007). (Zugriff: 02.02.2011)

10. STEVIA

Stevia ist eine Pflanze, die schon seit hunderten von Jahren in Südamerika zum Süßen verwendet wird. Ursprünglich wuchs die Staudenpflanze im Gebiet der Amambai-Bergkette zwischen Paraguay und Brasilien. 1887 entdeckte der Naturwissenschaftler Moisés Bertoni die Pflanze, und so wurde Stevia auch in anderen Teilen der Welt bekannt. In Japan wird Stevia bereits seit 1954 verwendet und dort auch angebaut. Stevia hat dort inzwischen einen Marktanteil von 40 %, da die japanische Regierung 1969 den Verkauf von synthetischen Süßstoffen aus naheliegenden Gründen (siehe oben) verbot (Holly 2007).
Seit November 2011 sind nun auch in Deutschland die aus der Pflanze gewonnenen Steviolglykoside als Lebensmittelzusatzstoff mit der E-Nummer 960 als Süßungsmittel zugelassen (BMELV). Steviolglykoside sind ca. 300 mal süßer als Haushaltszucker, 30 Lebensmittelarten dürfen nun mit Stevia gesüßt werden. Dies sind Beispielsweise Speiseeis, Schokolade, Limonade, Joghurt und Konfitüre, jedoch nur, wenn es sich um ein kalorienreduziertes Produkt, oder um ein Produkt ohne zusätzlichen Zucker handelt. Die EU-Kommission befürchtet eine Überdosierung bei Erwachsenen und Kindern, die viele gesüßte Erfrischungsgetränke konsumieren. Sie könnten schnell die von der Efsa empfohlenen Tagesdosis von 4 mg Stevia pro Kilogramm Körpergewicht überschreiten (Vo. EU Nr. 1131/2011).
Die getrockneten Blätter der Stevia sind als neuartige Lebensmittel oder Lebensmittelzutaten nicht zugelassen (Europäische Kommission). Abgelehnt wurde die Zulassung aufgrund einer Stellungnahme des ehmaligen Wissenschaftlichen Lebensmittelausschusses der Europäischen Kommission, dem die vorgelegten Unterlagen nicht ausreichten, um die gesundheitliche Unbedenklichkeit von Stevia und pflanzlichen Erzeugnissen bewerten zu können (BMELV). Als Tee kann man Stevia-Blätter aber trotzdem legal in Deutschland kaufen. Getrocknete Steviablätter sind zwischen 18 und 45 mal süßer als Zucker d. h., dass 100 g getrocknete Blätter einer Zuckermenge von 1800 g bis 4500 g entsprechen (Genuss 2003). Die Süße der Blätter wird beim Überbrühen an das Wasser abgegeben.
Quellen:
Holly M. Was ist nun Stevia? Förderkreis „Free Stevia“ (2007) (Zugriff: 21.06.2012)
Bundesministärium für Ernährung Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Stevia rebaudiana Bertoni. (Zugriff: 22.05.2012)
Genus J. Die Häufigsten Fragen zu Stevia und Steviosid. (2003) Europäisches Stevia Forschungszentrum (Zugriff: 22.05.2012)
Verordnung (EU) Nr. 1131/2011 (2011). Amtsblatt der Europäischen Union. (Zugriff: 21.06.2012)
Europäische Kommission. Entscheidung 2000/196/EG. (2000) (Zugriff: 22.05.2012)

Zahngesundheit

Cola kann aus zwei Gründen schädlich für Zähne sein, muss aber nicht.
1. Die enthaltene Zitronen- und Phosphorsäure löst den Zahnschmelz (das ist die äußere, harte Zahnsubstanz) leicht an. Das geht allerdings vorüber, weil der Speichel hier ausgleichend und mineralisierend wirkt.
Problematisch wirds nur, wenn die Zähne gleich (bis ca. 15 Minuten) nach dem Cola-Konsum geputzt werden – dann kann das Bürsten zu Erosionen bzw. Abrieb an der Zahnhartsubstanz führen. Deshalb: bitte mindestens eine Viertelstunde warten mit dem Zähneputzen. Das gilt übrigens ebenso für alle anderen säurehaltigen Getränke wie z.B. auch für Fruchtsäfte.
2. Der enthaltene Zucker ist nicht gut für Zähne, so lautet zumindest die allgemeine Meinung. Weniger bekannt ist aber, dass Zucker allein keinerlei Schäden verursacht, sondern nur in Verbindung mit Plaque, also Bakterien im Zahnbelag. Die wandeln Zucker aus Nahrungsmitteln u.a. durch Gärung in Säuren um, und diese Säuren verursachen Karies mit Löchern in den Zähnen. Der Prozess braucht Zeit, ab 24 Stunden wird es kritisch – wer also in der Lage ist (und das auch macht), seine Zähne täglich und effizient von Bakterien zu befreien, hat nichts zu befürchten. Auch das gilt ebenso für alle anderen zuckerhaltigen Getränke.
Wer o.g. Wirkungen minimieren möchte, kann sich bemühen statt vieler kleiner Schlucke weniger große zu nehmen, um den pH-Wert im Mund nicht so dauerhaft im sauren Bereich zu halten. Ein Strohhalm bringt evtl. auch ein bisschen was, weil das Getränk so etwas besser von Zähnen ferngehalten wird. Das sind aber wirklich nur Bonus-Tipps für Freaks

Trivia

Gelegentlich fallen uns ebenso interessante wie teilweise unnütze Infos über Cola in die Hände, die wir hier mal für euch sammeln …

01. VÖLKERVERSTÄNDIGUNG

In Spanien und spanischsprachigen Ländern lieber keine Cola bestellen, das heisst nämlich Schwanz. Besser: coca  z.B. „una premium coca por favor!“

02. LEICHEN ANDERS VERSCHWINDEN LASSEN

Kann Cola Fleisch auflösen? Nein. Cola, aber auch andere saure Getränke wie Mineralwasser und Orangensaft können maximal einzelne Fasern ablösen, aber z.B. kein ganzes Steak zersetzen. Das Fleisch quillt lediglich auf und nimmt durch die Flüssigkeit an Gewicht zu.

03. LOCH IM BAUCH?

Schadet Cola dem Magen, löst ihn gar auf? Nein. Der Magen ist gut durch die Magenschleimhaut geschützt. Zudem ist die Salzsäure im Magen viel stärker als die in der Cola enthaltene Phosphorsäure.

04. LEBENDIGE FONTÄNE?

Wenn ich Cola trinke und Mentos esse, kann dann mein Magen explodieren? Das ist sehr unwahrscheinlich. Durch die Kombination von kohlensäurehaltigen Getränken und den Mentos können im zwar Magen große Mengen CO2 freigesetzt werden, die man aber durch Aufstoßen wieder abgeben kann. Die Freisetzung geschieht durch die geringe Luftmenge im Magen außerdem relativ langsam, so dass keine Fontäne machbar ist. Falls die Gasansammlung nicht entweichen kann, könnte sie theoretisch auf das Herz drücken und es in seiner Funktion beeinträchtigen, so ein Fall ist aber bisher nicht bekannt.

05. DECKEL WIEDER DRAUF? WOHIN DAMIT?

Ein Kunde fragte: „Ist es sinnvoller nach dem Austrinken der 0,33l Flasche den Kronkorken wieder drauf zu machen oder ab zu lassen.“ – Antwort: Es ist sinnvoller die Deckel nicht wieder auf die Flaschen zu setzen, da diese ohnehin kein zweites Mal verwendet werden können. Es würde dem Abfüller nur zusätzlichen Aufwand bescheren, wenn er die Deckel vor dem Reinigen der Flaschen erst ablösen müsste. Daher: bitte nicht wieder draufsetzen. Danke!
Daraus ergab sich die zweite Frage: „Gehören die Deckel in den gelben Sack? Wenn nein, würden sie von der Materialzusammensetzung her reingehören?“ – Antwort: Die Kronkorken bestehen aus Weißblech, bzw. werden mit Kunststoff-Dichtung sowie Lack als Verbundstoff gehandelt, und gehören somit in den gelben Sack/Tonne. Nicht ins Gebüsch 

06. KISTEN TRANSPORTIEREN? WIEVIELE?

Über die Jahre haben wir immer wieder Kisten selbst transportiert, entweder um eine Stadt neu zu starten, einen Versorgungs-Engpass auszugleichen oder einfach nur um selber versorgt zu sein. Der Platz im Auto ist dabei nur selten der begrenzende Faktor wenn man etwas Tetris beherrscht, viel entscheidender ist das Gewicht. Hier eine Liste der bisher getesteten Mengen pro Auto:
• Smart fortwo: 8 Kisten (6 hinten, je 1 auf und vor dem Beifahrersitz)
• Twingo bis 07: 9 Kisten
• 924S: 9 Kisten (4 hinten, je 1 pro „Rücksitz“, 2 vor und 1 auf Beifahrersitz)
• Polo 86c: 10 Kisten
• Fiesta bis 96: 11 Kisten
• Golf2: 12 Kisten
• e36: 15 Kisten
• Mondeo Kombi bis 97: 16 Kisten
• Passat 32b: 16 Kisten
• W123 Limo: 18 Kisten (10 hinten, 2 vor und 1 auf dem Beifahrersitz, Rest Kofferraum)
• W210 Kombi: 20 Kisten
• Superb bis 05: 22 Kisten (13 hinten, 7 kofferraum, 2 beifahrersitz -> überladen)
• L406DG „Wanne“: 40 Kisten (dann aber Vmax 60 km/h)
• T3: 40 Kisten
• Espace: 40 Kisten
• Transit bis Bj. 2000: 50 Kisten (80 gehen auch, das ist aber illegal und gefährlich)
• Vito W639: 80 Kisten (Viva con Agua)
• LT45: 100 Kisten
• 90M6: 140 Kisten
Außer Konkurrenz:
• Skateboard: 1 Kiste, aber kaum sicher fahrbar
• Fahrrad ohne Gepäckträger: 1 Kiste, ebenso
• Klapp-Sackkarre im Zug: 3 Kisten
• Bakfiets: 6 Kisten, wenn man nicht scharf bremsen muss
Fehlt ein Auto, das hier unbedingt genannt werden sollte? Mail
Disclaimer: im Fall eines Unfalls sind Kisten im Auto gar nicht mehr lustig, die können zu tödlichen Geschossen werden. Daher: wenn es irgendwie geht bitte nur den Kofferraum beladen, ansonsten alles möglichst tief und fest eingeklemmt / angeschnallt packen, und für größere Mengen einen ordentlichen Lieferwagen mit Schutzwand verwenden …